
Lebenslauf von Kunstmaler Walter Nufer
* 22.11.1917 20.00 Uhr in Jegenstorf, BE.
† 23.9.2003 Sachsle OW
Meine Mutter, Berta Nufer-Ming, arbeitete vor meiner Geburt in der
Munitionsfabrik- Jegenstorf. Mein Vater war während dieser Zeit im Jura im
Aktivdienst. Ich bin der Älteste von fünf Geschwistern.
1918 zogen wir nach Sarnen, OW, Goldmatt - Kirchhofen.
1920 Umzug nach Wilen im Ziel am See, in ein Haus der Firma Läubli, Wilen.
Hier verbrachte ich meine Jugendzeit.
1930 - 1934 Sekundarschule im Internat Menzingen. Ueber diese vier Jahre
gäbe es ein ganzes Buch zu schreiben.
1934 - 1938 absolvierte ich meine Lehrzeit als Bau- und Dekorationsmaler bei
der Firma Huber in Cham, Zug. Die Lehre war sehr interessant. Neben den
allgemeinen Neubauten durften wir anspruchsvolle Malerarbeiten in Hotels und
Herrschaftshäusern ausführen. Schon damals interessierte ich mich im
Besonderen für Schriften, Dekorationen, Bühnenbilder und Holzimitationen. In
meiner Freizeit besserte ich mein Sackgeld mit Dekorationen und Bühnenbilder
auf.
1938 schloss ich bei der Firma Wesemann in Zug die Malerprüfung erfolgreich
ab.
1938 - 1940 arbeitete ich im Austausch für die Firma Bucher in Sarnen, bei
der Firma Lochbichler in Bischofshofen, Oesterreich.
1940 - 1946 war ich weiterhin bei der Firma Bucher, Sarnen angestellt.
Parallel ergänzte ich bei der Möbelfabrik Läubli in Sarnen mein Fachwissen
für das chemisch Beizen und polieren. Nebenbei profilierte ich mich
weiterhin als Bühnenmaler im Stadttheater Luzern.
1947 - 1949 jeweils im Winter absolvierte ich die Meisterschule-Rät in Chur,
für die Fächer Dekorationen und Perspektiv-Zeichnen. Im Sommer arbeitete ich
als Volontär bei der Firma Kunz in Basel, wo ich das Vergolden von
Bilderrahmen und das Anfertigen von Stielrahmen erlernte. Abends besuchte
ich die Kunstgewerbeschule Basel, um mich im Zeichnen und in der
Kunstgeschichte weiterzubilden.
1949 Übernahme des Maler- und Innendekorationsgeschäfts an der
Hirschmattstrasse 50, Luzern.
1950 Beitritt in den Malermeister-Verband, Luzern
Juli 1954 Heirat mit Gertrud Wiprächtiger, bekannt als "eines der
Wiprächtiger-Zwillinge", Blauringführerin, Berufsstrickerin mit
kaufmännischem Abschluss
November 1955 Geburt der Tochter Doris
Oktober 1957 Geburt der Tochter Angelika
September 1959 Geburt der Tochter Elisabeth
Februar 1964 Zuwachs mit der Pflegetochter Désirée
März 1969 "Nachzüglerli" Tochter Claudia. Mit grosser Trauer hat Gott unser
Liebling nach schwerer Krebskrankheit im Oktober 1976 bereits wieder zu sich
geholt. 1972 Umzug von Luzern nach Stansstad. Übernahme des Chalet Margrit,
ehemaliger Besitz des verstorbenen Josef Wiprächtiger, Vater von Gertrud.
Kostspieliege Umbauten, Renovationen und viel Arbeit waren mit diesem
Entscheid verbunden. 1988 Verkauf des Chalet und Umzug nach Oberdorf-Stans,
unter anderem weil meine Frau - nach schwerem Autounfall - mit dem grossen
Haus gesundheitlich überlastet war.Während meinen Geschäftsjahren
beschäftigte ich teilweise drei bis vier Arbeiter, meist ausländischer
Herkunft. Zu meiner Leidenschaft und Spezialität gehörte aber schon immer
die Bauernmalerei. Ungezählte alte Schränke, Truhen,
Schlafzimmereinrichtungen etc. habe ich restauriert, mit Blumen bemalt,
ihnen neuen Glanz und Wert gegeben. Eines Tages fragte mich meine Tochter
Angelika, warum ich als Maler keine Bilder male. Dieser Gedanke motivierte
mich, einmal ein Bild zu malen. Als Bergsteiger und Naturliebhaber fing ich
an - als Ausgleich zur Baumalerei - naturalistische Landschafts- und
Blumenbilder zu malen. Einige meiner Bilder waren im Jahr 1992 und auch im
Jahr 1997 in meinen Ausstellungen auf dem Landenberg,Sarnen zu sehen. Vor
einigen Jahren konstruierte ich die bis 3 Meter hohe Kulisse des berühmten
Rathaus-Quai von Luzern, welche man etliche Jahre an der alljährlichen
LUWIRA (Luzerner WIR Austellung,Handels- und Gewerbe Messe) als dekorativen
Hintergrund bewundern konnte.
Es ist ein grosser Wunsch von mir, meine Bilder zu Lebzeiten verkaufen zu
können damit ich weiss, dass sie einen Platz in Wohnungen von Liebhabern
unserer Schweizer Wanderwege ,Berge und Alpenblumen,wie auch meiner Freunde,
Bekannten und Verwandten gefunden haben. Im Übrigen male ich auch auf
Bestellung und nehme Ihre Aufträge - auch spezieller Natur - gerne entgegen.
Walter Nufer
Interview:
Name:
Walter Nufer
Adresse:
Pappelweg 5 6072
Sachsle OW Schweiz
Zivilstand
:
verheiratet mit Gertrud Nufer geb. Wiprächtiger
Aufgewachsen in: Sarnen und Wilen bei Sarnen
Beruf:
Malermeister
Hobby:
Bilder malen
E-Mail
Familie Nufer
Herr Nufer auf Ihren zahlreichen Bildern und Aquarellen
erkennt man sofort den grossen Naturfreund. Demnach waren und sind Sie gerne und viel
unterwegs.
Ja, mit meinem Bruder wandere ich auch heute
noch. In jungen Jahren sind wir jeweils mit den Fahrrädern über den Brünig Richtung
Grindelwald gefahren und haben dort zahlreiche Gipfel erklommen. Mit dabei war schon bald
einmal mein Fotoapparat. Von diesen Fotos malte ich gerne Bilder, denn die Staffelei
konnte ich nicht immer mit- schleppen.
Wie haben Sie ihr Talent zum Malen
entdeckt?
Ich denke, dass mir dies in die Wiege
gelegt wurde. Mein Götti mütterlicherseits war ein ausgezeichneter Maler und von ihm
konnte ich viel lernen. Bereits in meiner Jugendzeit liebte ich es, zu zeichnen.
Wie verlief Ihr Lebensweg?
Ich absolvierte meine Lehrzeit als Bau-
und Dekorationsmaler. Neben allgemeinen Neubauten durften wir auch anspruchsvolle
Malerarbeiten in Hotels und Herrschaftshäusern ausführen. Schon damals interessierte ich
mich im Besonderen für Schriften, Bühnenbilder und Holzimitationen. 1938 schloss ich
dann die Malerprüfung ab und arbeitete im Austausch für die Firma Bucher in Sarnen zwei
Jahre in Österreich.
Wenn man Ihr Atelier betrachtet, sieht man
so manches. Sogar die verzierten Bilderrahmen stellen Sie eigenhändig her. Wie haben Sie
sich dieses Fachwissen angeeignet?
Neben der Arbeit in der Firma Sucher
ergänzte ich meine Kenntnisse im chemisch Beizen und Polieren in der Möbelfabrik Läubli
in Sarnen. Nebenbei profilierte ich mich als Bühnenmaler am Stadttheater.
In späteren Jahren arbeitete ich als
Volontär in Basel, um das Vergolden und Anfertigen von Stilrahmen zu erlernen. Abends
konnte ich die Kunstgewerbeschule Basel besuchen.
Konnte man früher das ganze Jahr hindurch
Malerarbeiten ausführen?
Nein, im Winter bemalte man Truhen, Schränke,
Einrichtungen oder auch z. B. Drehorgeln.
Wollten Sie immer schon Maler werden?
Tja, mein grösster Wunsch war
Theatermaler. Deshalb ging ich nach Österreich. Damals konnte man nicht einfach Über die
Grenze reisen, sondern nur im Austausch. Leider machte mir dann der Aktivdienst einen
Strich durch die Rechnung.
Nebst Ihrer Arbeit fingen sie an,
naturalistische Landschafts- und Blumenbilder zu malen. Weiches sind jetzt Ihre
Hauptsujets und wo verbringen Sie gerne ihre Freizeit?
Am liebsten male ich Bilder mit
Wanderwegen, Bergen und Blumen. Die Frutt, die Chlisterli-Alp und das Melchtal mit seiner
Umgebung sind für mich einmalig.
Dann möchte ich Ihnen noch viele erlebnisreiche Aufenthalte in ihren Bergen wünschen
und weiterhin gute Gesundheit. Herzlichen Dank.
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